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2002Dehler 021106

München 2002-11-06: "Open Source" -- die Zukunft der Software?

Die Thomas-Dehler-Stiftung lädt zu einem Mittagessen mit Experten ein, welche mit einem ausgewählten Publikum über den Stellenwert freier Software in der Wirtschaftspolitik und insbesondere bei öffentlichen Ausschreibungen diskutieren. Zwischen den beiden Extrempositionen "Opensource ist die Zukunft der Software überhaupt" und "Opensource ist ein Angriff auf das geistige Eigentum" soll kontrovers diskutiert werden. Erstere These existiert im wesentlichen als künstliche Kulisse für letztere, die wiederum von Microsoft und seinen Verbündeten (VSI-Vorstand) ohne allzu großen Erfolg lanciert worden ist. Falls notwendig, werden die 5 eingeladenen Vertreter des FFII erklären, wie freie und proprietäre Software-Entwicklung einander ergänzen und welche ordnungspolitischen Konsequenzen sich hieraus ergeben können. Wahrscheinlich erfahren wir aber auch bereits von den referierenden Ökonomen differenziertere Erkenntnisse hierzu. Es verbleibt die Frage, in welcher Form der Staat die Entstehung informationeller Gemeingüter fördern sollte. Für den FFII ist es wichtiger, dass der Staat zunächst einmal auf unsinnige Benachteiligungen freier Software (z.B. durch Legalisierung von Logikpatenten) verzichtet.
  • Ist "Open Source" die Zukunft der Software?
  • Sollte der Staat "Open Source"-Software fördern und unterstützen?
Prof. Dr. Hans Gerhard Stockinger MdL:
CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag

Leiter der Arbeitsgruppe Informationsgesellschaft

Prof. Dr. Klaus M. Schmidt:
Professor für Volkswirtschaftslehre

Ludwig-Maximilians-Universität München

Dr. Karen Horn:
Wirtschaftsredakteurin

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Möchte nur mal so Gedanken zu einem anderem Thema teilen und damit vielleicht etwas inspirieren. Deshalb Im folgenden ein paar Links zum Thema "Trennung zwischen Netz und Betrieb".

Über die Aufteilung der Bahn in Schienennetz und Bahnbetrieb scheint man sich inzwischen einig zu sein. Das Schienennetz soll Staatseigentum bleiben, während der Bahnbetrieb von Privater Hand geführt werden soll.

Die Verteidiger dieser Trennung, dazu gehören fast alle Parteien, sehen keine andere Möglichkeit für einen diskriminierungsfreien Wettbewerb auf den Schienen. Die Bahnchefs, die von der Diskriminierung profitieren, warnen meist vor dieser Trennung. "Zu komplex, mann kann nicht entbundeln". Gerhard Schröder und die Bahngewerkschaften haben sie dabei ebenfalls auf ihrer Seite.

Das Thema errinert an Diskriminierung durch Proprietäre Formate und Patentierung von Schnittstellen in der Software, aber auch in der Elektrotechnik.

Hier ein paar Verweise zum Thema, angeführt von Pro Bahn, ein Verein dessen Handlunspielraum und Ziele ganz entfernt denen des FFII ähneln. Pro Bahn hat natürlich ein paar Jährchen mehr Erfahrung und ist bedeutend grösser.

Bahnbetrieb und Software sind nicht ganz einfach zu vergleichen. Wären Schienen so billig zu vervielfältigen wie Sofware, wäre man vielleicht eher geneigt, das Netz ausschliesslich staatlich zu betreiben.

Weil aber Wettbewerbsprobleme beim Bahnbetrieb leichter zu veranschaulichen sind, will ich einfach mal experimentieren, ob es hier Analogien gibt.

Als die Schienen der Informationen könnte man die Leitungen, Standards und die sie implementierenden Schnittstellen (also auch die Software) betrachten . Die Informationen sind die Züge auf den Informationsschienen. Die Rechner würde ich mit den Rädern der Züge vergleichen. Sie haben also eine im wahrsten Sinne Untergeordnete Rolle, aber ohne sie rollt nichts.

Der Vergleich besagt nicht, das der Staat Softwareentwickler ihrer Arbeiten berauben sollte, oder das Softwareentwickler nicht arbeiten sollten, wenn sie keine Staatsaufträge haben. Der Vergleich besagt lediglich, das der Staat sich möglichst steuergeldersparend bemühen sollte, Rechte an Software zu erwerben. Er kann sie kostenlos Reproduzieren und so Infrastrukturell grosse Wirkung mit wenig Aufwand erzielen. In den Falschen Händen kann Software dagegen leicht lösbare Probleme in unbezahlbare Hürden verwandeln, wenn sie über Patentgesetze Monopolstatus erhalten.

Aber der Vergleich hinkt an manchen Stellen. Die Schieneninovation spielt nur eine geringe Rolle bei der Leistungsverbesserung des Bahnbetriebes. Aber wenn ich es mir recht überlege, die Innovation in der Software spielt neben der Interoperabilität auch eine geringe Rolle. Wir haben in den letzten Jahren ohne grundlegende Neuerungen grosse Fortschritte erreicht!

Ein weiterer Punkt, der Sofware von Schienen unterscheidet ist, dass Softwareentwickeln eine Kulturelle Ausdrucksform ist. Aber das spricht ja erst recht für freie Software.

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